Wie plant man Regenwassermanagement im Projekt?
Regenwassermanagement ist nicht spontan. Eine strukturierte Planung sichert Qualität, Einhaltung von Vorgaben und Langzeitfunktion. Nachfolgend ein bewährtes Planungsschema:
1) Standortanalyse und Flächenermittlung
Erfasse die Projektlage genau: Größe, topographische Gefälle, umliegende Infrastruktur, vorhandene Kanalisation, Nähe zu Gewässern. Ermittle die versiegelten Flächen (Dach, Straße, Platz etc.) präzise – sie bestimmen die Abflussmengen.
2) Niederschlagsdaten und Dimensionierung
Nutze regionale Niederschlagsdaten zur Berechnung von 1-, 5- und 10-Jahresereignissen. Bestimme damit das erforderliche Speicher- oder Versickerungsvolumen. DWA-Regelwerke geben Rechenmethoden vor.
3) Boden- und Grundwasseruntersuchung
Erkunde die Bodenschichten: Durchlässigkeit (kf-Wert), Frosttiefe, Grundwasserspiegel. Dies ist essentiell, um zu entscheiden, ob und in welchem Umfang Versickerung möglich ist. Eine Schürfgrube oder Bohrung erspart später Probleme.
4) Wasserqualitätsanalyse
Kläre: Welche Flächen entwässern in die Regenwasseranlage? Sind diese belastet (Straße, Parkplatz, Dach)? Dies bestimmt die erforderliche Vorreinigung und Filtration.
5) Anlagenfunktion
Auf Basis dieser Daten entscheidet ihr: Wird vor Ort versickert oder mit Rückhaltung gepuffert? Wird Wasser für Grün genutzt? Wie wird Qualität sichergestellt? Diese Entscheidungen definieren Systemtyp und Dimensionierung.
6) Speichervolumen und Bauraumplanung
Berechne das benötigte Volumen nach DWA. Prüfe dann die verfügbaren Bauraumoptionen: oberirdisches Becken, unterirdische Rigole unter Straße oder Platz, modulare unterirdische Systeme. Berücksichtige Platz, Belastungen (Fahrzeuge, Gebäudefundamente) und Inspektionszugänglichkeit.
7) Kontrolle und Detailplanung
Überprüfe, dass alle Komponenten zusammenpassen: Zuläufe, Vorreinigung, Speicher, Versickerung oder Ableitung, Überlaufschutz. Koordiniere mit Straßenplanung, Leitungstrassen und anderen Infrastrukturen. Eine gute Detailzeichnung spart Bauprobleme.
8) Betriebskonzept und Wartung
Dokumentiere regelmäßige Inspektionspflichten, Reinigung und Instandhaltung. DWA-Regelwerke schreiben Kontrollintervalle vor (üblicherweise 3–5 Jahre).
Diese Planungslogik sichert, dass Regenwassersysteme nicht nur gebaut, sondern auch funktionieren – heute und in 50 Jahren.
Regenwassermanagement bei begrenztem Platz
Viele deutsche Städte sind dicht bebaut. Untergrundgebundene Infrastruktur, Baumwurzeln, Leitungstrassen und Gründungen lassen oft keinen klassischen Platz für große oberirdische Retentionsbecken. Genau hier zeigt sich die Stärke moderner Regenwassersysteme:
Raumbegrenzte Infrastruktur
Kabel-, Gas- und Wasserleitungen belegen Raum. Gründungssysteme von Gebäuden und Brücken reichen tief. Der verfügbare Baurraum ist fragmentiert und eng.
Wurzelschutz bei Stadtbäumen
Bäume sind essentiell für grüne Städte. Ihre Wurzelsysteme dürfen nicht beschädigt werden, was Baumaßnahmen in unmittelbarer Nähe erschwert.
Leitungsknoten und Kreuzungen An vielen Orten kreuzen sich Straßenbahn, Straßenbeleuchtung, Kommunikationsleitungen und andere Systeme – wenig Platz für zusätzliche Infrastruktur.
Gebäudesanierungen und Dichte
Bei Umbauten historischer Quartiere ist Platz kostbar. Unterirdische Lösungen ermöglichen Regenwassermanagement, ohne oberirdischen Raum zu opfern.
In solchen Situationen sind untergrundgebundene, kompakte Speicher- und Versickerungssysteme unverzichtbar. Sie passen unter Straßen, Wege und Plätze, halten Regenwater zurück, ermöglichen Versickerung und entlasten Kanalisationen – ohne wertvollen oberirdischen Raum zu verschwenden. Systeme aus Steinwolle, die hochporös und strukturstabil sind, ermöglichen solche Lösungen besonders effizient.